Rückblick auf die Leipziger Buchmesse

April 10, 2018

 

 

 

Dieses Jahr war ich mit einem eigenen Stand auf der Messe vertreten. Still standing proud, war das Motto! Ja, das Thema „Indianer“ ist schwierig. Besonders in Deutschland! Das war auch auf der Messe zu spüren. Presse und Fernsehen stürzten sich mit Begeisterung auf die Neuausgabe eines Jugendbuchklassiker, aber an echten Neuheiten waren sie nicht interessiert. Auch Gojko Mitic, als deutscher Chefindianer, war heiß umworben … denn wenn er von seinen ökologischen Indianern schwärmt, dann passt das ins Bild, das die Menschen hier im Kopf haben … und das so gar nichts mit der Realität zu tun hat. Wenn aber eine Zeitung sich vom TraumFänger eine Anzeige bezahlen lässt, während sie der inzwischen 70 Jahre alte Neuausgabe kostenlos eine ganze Seite Aufmerksamkeit widmet, dann stimmt etwas nicht mehr. Schon lange! Was ist mit Crazy Horse und Leonard Peltier? Uninteressant? Was ist mit dem Genozid in Nordamerika … passt nicht ins Folklorebild der Leser, wurde ich von Buchhändlern aufgeklärt. Das sei dem Leser nicht zumutbar, weil er unter dem Thema „Indianer“ eher Kinder- und Jugendbuchliteratur vermutet. Wobei darunter auch nur „Yakari“ fällt … und bitteschön nicht die Flucht von Indianerkindern aus der Boarding School. Und von Menominee hat in Deutschland auch noch nie jemand etwas gehört … also das nächste Mal bitte wieder die Sioux verwenden … das sei verkaufsfördernder. Puh! Als Autorin geht einem da manchmal die Luft aus. Kein Wunder, dass ich mich langsam von meinem Steckenpferd lösen muss, wenn ich ernst genommen werden will. Aber wenn ich dann einen Krimi schreibe, heißt es, wie kommt die jetzt von Indianern auf Toskana? Da müsste also ein Pseudonym her! Ist der Leser wirklich so unmündig oder dumm? Ich kenne viele Autoren, die für jedes Genre ein eigenes Pseudonym verwenden. Ich will das nicht! Ich bin Kerstin Groeper … und meine Bücher sind mindestens genauso vielseitig wie mein Leben. Von der Security-Chefin, zur Englischlehrerin und dann Autorin … genauso wie ich schon Bauleitung, Konzertmanagerin und Moderatorin war und bin. Langweilig wird es bei mir nie. Vielleicht ist das Leben zu kurz, um sich zu langweilen.

Zurück zur Messe: Ich hatte einen Mordsspaß, all meine Freunde und Leser wiederzutreffen. Ich hatte viele gut besuchte Lesungen und durfte im Umfeld der Messe noch ein paar Schulen besuchen. Das ist immer spannend … vor allen Dingen ist es krass, wie wenig Kinder und Jugendliche heute über „Indianer“ wissen. Das Thema wurde vollständig aus dem Unterricht verbannt. Da freue ich mich jedes Mal, wenn ich noch eingeladen werde. Danke an die engagierten Lehrer!!!

Schön war meine gemeinsame Lesung mit anderen Autoren der Vereinigung „Homer-Historische Literatur“ in der Hubertusburg. Leider hatten wir dichten Schneefall, sodass der Bus mit den Autoren mit großer Verspätung eintraf. Ich bin mit meinem eigenen Auto gefahren und kam daher rechtzeitig an. Solche Gemeinschaftslesungen sind für mich immer ein Glücksfall, weil ich auf Leser treffe, die ganz erstaunt sind, dass es „neue“ Indianerromane gibt. Den einen oder anderen Fan habe ich auf diese Weise schon getroffen.

Als Jurorin des diesjährigen Literaturpreises von „Delia“ war ich natürlich auch bei der Verkündung der Shortlist dabei. Fünf Bücher kamen in die engere Wahl – sowohl für den Literaturpreis als auch für den Jugendliteraturpreis für den besten Liebesroman. Ich habe so viele gute Bücher gelesen … natürlich auch Liebesschnulzen … aber die Shortlist lohnt sich wirklich anzusehen: So tolle Bücher:

 

Antonias Tochter, Heartware, Für immer und Amy, Träume die ich uns stehle, Mein Herz ist ein wilder Tiger.

Oder bei den Jugendlichen: Wovon du träumst, Nichts wünsche ich mir mehr, Viel näher als zu nah, Water & Air, Unter der Sonne nur wir. 

 

Ich bin schon sehr gespannt, wer in Iserlohn auf der feierlichen Gala zum diesjährigen Preisträger ernannt wird! Die findet übrigens Ende April statt … mein nächster Termin!

Dieses Jahr hatte ich ein lustiges Erlebnis in meinem Hotel: Ich war in Leipzig und sah dort in der Bar  

dem Spiel FC Bayern gegen Besiktas Istanbul zu … und musste verwundert feststellen, dass die anderen Besucher echt gejubelt haben, als Istanbul ein Tor geschossen hat! Hallo??? Etwas mehr Respekt bitte!

Und nächstes Jahr? Ich werde vermutlich als Autorin auf die Messe kommen. Aber nicht mit eigenen Stand. Die Zeit der Messen ist vorbei. Es macht mehr Sinn andere Wege des Marketings zu gehen.

Aber ihr könnt mich auf vielen anderen Veranstaltungen treffen! Ende April bin ich in Iserlohn und im Mai natürlich wieder in Radebeul See you there!!! Ende September komme ich vermutlich sogar nach Hamburg … ihr Nordlichter! Und im Oktober treibe ich mich auf der Frankfurter Buchmesse herum … kommt vorbei!

 

 

Eure Kerstin

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