und Schluss ....

Nach zwei Jahren Corona und dreimaliger Absage der Leipziger Buchmesse ist nun Schluss: Mein Buch Mohawk Love konnte nicht beworben werden, weshalb es nun vom Markt genommen wurde. Für eine Autorin ist das schlimm, sodass ich gerade nicht in der Stimmung bin, noch irgendetwas Neues anzufangen. Ich habe ein Büchlein mit indianischen Märchen geschrieben, das nun illustriert wird, aber ansonsten bin ich eher schreibfaul. Auch für den Verlag gibt es keine guten Neuigkeiten: Wir haben entschieden, ihn zum Ende des Jahres abzumelden - und nur noch den Bestand an Büchern zu verkaufen. Besonders unser Anliegen "Indigenen" Schriftstellern in Deutschland eine Stimme zu geben, ist gescheitert - denn diese Bücher verkaufen sich so gut wie gar nicht. Das gleiche negative Interesse bemerke ich, wenn ich Auftrittsorte für indigene Musiker suche. Ich bin letztes Jahr 60 geworden und habe entschieden, nur noch Dinge zu tun, die mir Spaß machen: und das sind meine Enkelkinder, Lesungen, Geschichten erzählen und schreiben (aber nur noch für mich!). Ich will keine Erwartungen mehr erfüllen oder mich irgendwelchen blöden Trends beugen. Ich möchte weiter Lakota lernen - und auch unterrichten, will meine indianischen Freunde besuchen, an Kindertagen schöne Märchen erzählen oder Mokassins für meine Enkelkinder sticken. Ich freue mich auf meinen Sommerurlaub in Siena - und möchte vielleicht einen weiteren Commissario schreiben - oder auch einen neuen Indianerroman (auch wenn er nicht mehr veröffentlicht wird). Vielleicht betreiben wir den Verlag als kleines Hobby weiter - aber nur noch mit eBooks und Print on Demand. Die Lagerhaltung ist einfach zu teuer - und das Risiko einen Flopp zu landen und dann Bücher vernichten zu müssen, zu hoch. Ich bin froh um all die Geschichten, die ich bei anderen Verlagen untergebracht habe - und die es daher weiterhin geben wird. Vielleicht finde ich ja so etwas für meine zukünftigen Geschichten - auch wenn sie nicht im Trend liegen. Es wird auch weiterhin Verlage geben, die gewisse Nischen abdecken.

Ich muss mich erst einmal von dieser Krise erholen und mich selbst wieder aufrichten - solange werdet ihr hier keine weiteren Blogeinträge lesen. Corona hat viel verändert - auch bei mir. Ich musste zwangsläufig neue Prioritäten setzen.

Hinzu kommt, dass ich etwas dünnhäutig geworden bin und manche Strömungen der Branche nicht mehr mittragen möchte. Diese Unsitte im Moment, jedes Buch kleinzureden, widert mich an. Jeder Autor tut doch sein Möglichstes, eine Geschichte zu erzählen. Wenn es also jemanden nicht gefällt, kann er das Buch doch beiseite legen - ohne es die ganze Welt wissen zu lassen. Auch dieser Hype um "sogenannte" Bestseller" nervt mich. Ich frage mich, warum nicht einfach nur 10 Bücher im Jahr gedruckt werden - und der Gewinn unter den Großverlagen aufgeteilt wird - basta! Dann müssten sich nicht so viele Autoren ärgern, dass ihre Bücher unter Fernerliefen laufen - oder nach 6 Monaten vernichtet werden. Auch der TraumFänger Verlag hat angefangen, gewisse Bestände zu vernichten - was schade ist. Mir tut es um jedes Buch leid. Ein Trend, der nicht sein müsste.

Etwas Positives: "Die Feder folgt dem Wind" und "Kranichfrau" sind ausverkauft - bis auf ein paar Restexemplare direkt beim Verlag. Zwei Bücher, die also nicht weggeschmissen werden müssen.


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